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DANCE STARS Magazin | 01.2013

A n d r e a s N e u h a u s | 43DanceStars | Das Tanzmagazin aus Bremen DAS INTERVIEW FÜHRTE LARS KÜCK Holscher (heute mit Dieter Goerke, Hamburg) verheiratet. Mit ihr erreichte ich in Latein den Aufstieg in die B-Klasse und Standard war in der C-Klasse Endstation. Dann entschlossen meine jetzige Susanne und ich, die Sachen zusammenzupacken und gemeinsam die Tanzkarriere fortzusetzen, die dann in der S-Klasse endete. Das war im Jahr 1984. Man kennt Dich als LTV-Sportwart und stellvertretenden DTV-Sportwart. Gib uns doch bitte mal Deine Stationen davor auf. Also, hier kurz die Stationen meiner Tanzsport-Funktionärslaufbahn. 1975 bis 1990 Clubsportwart der TC Bremerhaven (1975) TSG Bremerhaven 1985 Lehrwart im LTV Bremen 1986 stellvertr. Vorsitzender mit LTV (mit Lehrwesen) Seit 1991 Landessportwart im LTV Bremen und DTV-Ligabeauftragter für Formationen Seit 1992 stellvertr. Bundessportwart Seit März 1999 Mitglied im Ausschuss für Leistungssport und Sportmedizin im LSB Bremen Daneben gibt es noch meine Wertungsrichter bzw. Chairman- Tätigkeit. 1978 Turnierleiterlizenz 1980 WR-C-Lizenz 1982 WR-A-Lizenz 1984 WR-S-Lizenz 1984 WR-F-Lizenz 1993 IDSF-WR-Lizenz (heute WDSF) Seit 2004 IDSF-Chairman-Lizenz (heute WDSF) Wie siehst Du die zukünftige Entwicklung des Tanzsports, sowohl im Einzel- als auch im Formationstanzen? Eine Beurteilung der Situation ist nicht einfach. Es wird immer schwieriger, junge Menschen auf Dauer für den Leistungssport – das gilt nicht nur für den Tanzsport - zu begeistern. Das wird die große Herausforderung für die Zukunft. Wir müssen schon früh damit beginnen, Kinder/Jugendliche an unseren Sport heranzufüh- ren, sei es durch noch stärkeres Engagement in den Kindergärten, Schulen und durch enge Zusammenarbeit mit den Tanzschulen, wie wir es bereits erfolgreich im Lande Bremen mit der Tanzarena und der Tanzschule Beer praktizieren. Darüber hinaus gilt es, über an- dere Trends wie aktuell HipHop oder Zumba die Jugend an den Tanzsport heranzuführen. Wenn hier alle Parteien an einem Strang ziehen, sehe ich die Entwicklung durchaus positiv. Was machst Du lieber – als Wertungsrichter die Paare be- werten oder sie als Turnierleiter durch den Wettkampf zu führen? Diese Entscheidung kann ich nicht treffen - mir macht beides nach wie vor Spaß. Was würdest Du im Tanzsport gern mal revolutionieren, wenn Du machen dürftest, was Du willst? Revolution – ein gewaltiges Wort… „Veränderung, plötzlicher Wan- del, Neuerung“ – Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wäre das die Möglichkeit, unseren Sport einer breiteren Öffentlichkeit zu- gänglich zu machen, ohne Rücksicht auf finanzielle Interessen der Medien und jenseits von TV-Quoten. Das würde sicher helfen, Vor- urteile unserem Sport gegenüber abzubauen und neue Talente zu entdecken und damit den Sport auf eine breitere Basis zu stellen. Wie siehst Du den tänzerischen Nachwuchs im LTV Bremen? Ich sehe den LTV Bremen zurzeit sehr gut aufgestellt – und das durch alle Altersklassen. Die Zusammenarbeit zwischen den Bre- mer/Bremerhavener Trainern Roberto und Uta Albanese sowie Horst und Andrea Beer läuft sehr gut und die Arbeit mit den Paaren des „Team Bremen“ zeigt tolle Erfolge. Somit sind diese Paare auch die Vorbilder für Anfänger, die erkennen können, dass Einsatz und gesunder Ehrgeiz belohnt werden. Für den tänzerischen Nachwuchs wird ja einiges getan – wie sieht das denn auf der Funktionärsebene aus, gibt es da ge- nügend Leute, die bereit sind, derartige Tätigkeiten zu über- nehmen? Das kann ich mit einem klaren NEIN beantworten – es gibt immer weniger Menschen, die bereit sind, Verantwortung auf Funktionärs- ebene zu übernehmen. Das bedauere ich sehr. Was war denn Dein bisheriges Highlight und Dein negativ- stes Erlebnis im Tanzsport? In erster Linie habe ich durch den Tanzsport viele positive Höhe- punkte erleben dürfen. Da nenne ich den Aufenthalt in Australien anlässlich der 200-Jahr-Feier. Natürlich auch mein erster interna- tionaler WR-Einsatz auf einer Weltmeisterschaft, die in Shanghai stattfand und ein paar Jahre später hatte ich das Vergnügen, nach Tokio zu fliegen. Ich möchte aber nicht vergessen zu erwähnen, dass ein besonderes „Highlight“ die Bekanntschaft mit vielen na- tionalen und internationalen Tanzsportlern ist, die zum Teil zu Freunden wurden. Das zeichnet den Sport ebenfalls aus. Wenn ich überhaupt etwas Negatives anführen kann, ist das eine Entwicklung, die ich verstärkt in letzter Zeit beobachten kann. Unter dem Eindruck vermeintlich steigender Kosten werden die Wer- tungsrichter oft als das „notwendige Übel“ betrachtet, und es wird hier versucht, nach dem Motto „billiger ist besser“ zu verfahren und an Fahrtkosten, Unterbringung etc. zu sparen. Das beschäftigt mich sehr und ich finde diese Entwicklung sehr bedenklich. Es geht nicht darum, überhöhte Ansprüche zu erfüllen, sondern Kosten deckend zu fungieren und nicht - wie bei mir kürzlich geschehen – bei einem WR-Einsatz fast 100 Euro draufzulegen. Andreas, was machst Du privat – neben Deinen vielen Funk- tionärsaktivitäten im Tanzsport – am liebsten? Ganz wichtig ist für mich neben meiner Familie der Freundeskreis. Sie alle helfen mir immer wieder, den notwendigen Abstand zum zeitraubenden Hobby zu finden. Und natürlich wie es so schön heißt: CHILLEN mit der Gattin. D

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