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DANCE STARS Magazin | 01.2013

T | 27DanceStars | Das Tanzmagazin aus Bremen As Time Goes By n diesem Jahr feiert die B- Lateinformation des Grün- Gold-Clubs Bremen ein besonderes Jubiläum – 10 Jahre Zugehörigkeit in der stärksten Liga der Welt. Grund genug, diese einzigartige Leistung eines B-Teams in dieser Ausgabe zu würdigen. Dazu erinnert sich Kai Widhalm an besondere Momente. Er betrachtet den Werdegang dieser Mannschaft aus drei Blickwinkeln. Zuerst als Tänzer auf der Fläche, dann als Co-Trainer an der Fläche und zum Schluss als Beobachter und Fan. Freuen Sie sich auf einige inter- essante Einblicke. » Wie jede Saison in der 1. Bundesliga, fällt auch für unsere erste der Startschuss mit der Deutschen Meisterschaft im No- vember – im Jahr 2003 in der Braun- schweiger Volkswagenhalle. Voller Eu- phorie nach dem Aufstieg in das Ober- haus freuen wir uns in fast unveränderter Besetzung auf DAS Highlight. Uta bereitet uns intensiv und gewissenhaft, sportlich und mental vor. Ziel ist, auf jeden Fall die Zwischenrunde zu erreichen. Kurz vor der Vorrunde weicht Uta ein wenig von ihrem Plan ab, einen sicheren Durchgang zu tanzen, und peitscht uns nach vorne. Prompt fallen wir reihenweise auf die Nase. Meine Partnerin Melanie und ich sind hellauf von uns begeistert und fallen uns nach dem Durchgang jubelnd in die Arme … bis wir die Gesichter der ande- ren bemerken. Melanie und ich lassen uns den Durchgang schildern und können die Hinfaller nicht fassen. Schließlich endet unsere erste DM mit dem geteilten 7./8. Platz – aber für die anstehende Li- gasaison haben wir etwas gelernt. In der Saison belegen wir kontinuierlich den fünften Platz und verbleiben somit in der 1. Bundesliga. Immer noch aufgeregt aber mit breiterer Brust als im Vorjahr und mit einem wahnsinnigen Teamgeist gehen wir in unsere zweite Saison. Wir treten mit „LA DOLCE VITA“ an. Ziel für I die zweite Deutsche Meisterschaft ist mindesten Platz fünf. Der Hammer ist, wir ziehen sogar ins Finale ein. Und jetzt heißt es nur noch: Es gibt ja nichts zu verlieren, also Vollgas…! Uns gelingt ein richtig geiler Durchgang. Nicht nur wir, sondern auch das Publikum kennt kein Halten mehr. Mit der Bronzemedaille werden wir das „beste B Team aller Zei- ten“! In der Saison etablieren wir uns weiter auf dem dritten Platz. Ein weiterer Höhepunkt ist für uns Tänzer die erste Deutsche zuhause in der Bremer Stadt- halle. Das erste Mal verspüren wir ein wenig Druck, vor heimischem Publikum das Finale zu erreichen. Aber dem hal- ten wir Stand. Wir erreichen das Finale vor 7.000 Menschen und feiern auch den vierten Platz. In den darauf folgenden Jahren gelingt es gegen wechselnde Konkurrenten mindesten den vierten Platz zu behaupten. In meinem letzten Jahr als aktiver Tänzer bekommen wir mit „MOVE“ zum ersten Mal eine Musik, die das A-Team noch nicht vertanzt hat und die total auf unsere etwas andere Art, uns zu präsentieren, zugeschnitten ist. Coole Mucke, auffällige Kleider. Wir trotzen auf der DM den großzügigen Par- kett-Schluchten und belegen Platz vier. Der Übergang zum Co-Trainer fällt mir leicht, da Musik und Choreografie bei- behalten werden. Es macht mir riesig Spaß, mein gesammeltes Wissen weiter- zugeben. Ich sehe mich ein wenig als Mittler zwischen Uta und dem Team. Ich kann häufig das, was Uta will, in für Tän- zer verständliche Worte fassen, einzel- nen helfen und die Teamleistung somit verbessern. Der Blick auf das Team als Co-Trainer ist kritischer, da man ja auch aus dem Training heraus die Schwach- punkte kennt. Bei den Turnier-Durchgän- gen zum Zugucken verdonnert, kann ich es an den schwierigen Stellen kaum aus- halten. Das Herz hüpft schlimmer als zu aktiven Zeiten. Aber auch kritisch be- trachtet sind die zwei Jahre auf dem drit- ten Platz, die ich als Co-Trainer erlebe, absolut gerechtfertigt. Eine neue Lieb- lingsmusik und die, mit der wir alle am meisten Emotionen verbinden, wird im Jahr 2009 „ROCKY“! Als Familien-Papa verabschiede ich mich nach der Saison in den „Ruhestand“, be- ziehungsweise auf den Beobachtungspo- sten. Natürlich schlägt auch weiterhin das Herz für mein B Team. Denn auch mit größerem Abstand und weniger Bezugs- punkten im Team – also etwas neutraler als früher – betrachtet, lässt sich die „B- Team-Art“ weiterhin erkennen. Die Sai- son 2010/2011 bringt erstmalig seit der ersten Bundesliga-Saison eine schlech- tere Platzierung als den 4. Platz. Aber wer denkt, dass die gute Zeit des „er- folgreichsten B-Teams aller Zeiten“ vor- bei ist, wird Lügen gestraft. Mit viel Ehrgeiz, Weiterentwicklung in Technik und Choreografien kehrt Utas Team schon in der Folgesaison unter die TOP- 4 zurück. Ich gehe davon aus, dass der GGC auch in den nächsten Jahren zwei starke und eigenständige Teams in der 1. Bundesliga Latein haben wird. Also egal, aus welchem Blickwinkel man das B- Team betrachtet, es hat schon immer oder spätestens nach der ersten Bronze- Medaille seinen eigenen Stil getanzt und seine Stärke aus der mannschaftlichen Geschlossenheit gezogen - eben einfach anders und dabei sehr erfolgreich. « D a s J u b i l ä u m | 1 0 J a h r e 1 . B u n d e s l i g a TEXT KAI WIDHALM FOTOS VOLKER HEY

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