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DANCE STARS Magazin | 01.2012

| 45DanceStars | Das Tanzmagazin aus Bremen Blutdruck steigt ins Unermessliche … ich kann jetzt nichts mehr machen. Die Musik beginnt und die Mannschaft tanzt eine solide Vorrunde, also alles okay, besser geht immer. Beim Ausmarsch sehe ich zu, dass ich am Ende in der Nähe der Fläche bin, falls irgendetwas pas- siert ist. Nach dem Durchgang folgt das gleiche Procedere wie bei der Stellprobe, nur dass jetzt schon mal einer/eine weinend in der Ecke sitzt, weil irgendetwas nicht geklappt hat. Im Normalfall wer- den solche Tiefpunkte sehr gut vom Team getragen, manchmal kommt von mir sowas wie: „Denk dran, wenn man weint, bedeutet das auch mehr trinken, wegen der Elektrolyte.“ Schwups hab ich wieder ein Lächeln im Gesicht. Okay, manchmal werde ich nach sol- chen Sprüchen auch angefaucht, aber trotzdem gut, es ist eine Ab- lenkung. Es folgt das Nachschminken, Analyse des Durchgangs und die Marschroute für das Finale wird ausgegeben. Einer Dame ist ein bisschen schwindelig, sie hyperventiliert immer gerne mal. Sie legt sich auf meine Massagebank und ich beruhige sie. Nach kur- zer Zeit geht es dann wieder. So, noch zwei bis drei Massagen, ein- mal Eis und ein Kinesio-Tape, dann geht`s auch schon wieder zum Warmmachen. Die Mannschaft macht einen positiven Eindruck, sie sehen alle sehr entspannt und sicher aus. Ich gebe ihnen wieder Heilpflanzenöl und Tiger-Balm, dann folgt das Finale. Diese Zeiten ohne Mannschaft und ohne etwas machen zu können sind schreck- lich, irgendwie hilflos. Das ist das Helfersyndrom das in mir steckt. Einmarsch, Bodenpiru, Roundabout, Lankenau - alles super mit Energie und Präzision. Wieder runter zum Team, alle warten nun gespannt auf das Ergebnis. Die Wertungsrichter kommen auf die Fläche, und schon kommt die Wertung für meine Mannschaft. ALLE EINSEN!!!!! Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Alle liegen sich in den Armen, die Schminke zerläuft und findet sich auf den weißen Jacken wieder, egal. Der Tag hat einen Sieg gebracht. Zur Siegerehrung lasse ich es mir nicht nehmen, mit der Mannschaft auf die Fläche zu gehen, es ist einfach ein Super-Gefühl, ein Teilchen einer er- folgreichen Formation zu sein. Es folgt, duschen, Styling für die Party und Kabine aufräumen. Dann ab zur Party. Mein Team ist zwar meistens sehr spät dran, aber ist auch meistens sofort in der Lage, die Party zu beherrschen. Sie können tanzen und feiern und das nicht zu knapp. Irgendwann fährt dann der Bus in Richtung Heimat, alle pennen in allen möglichen Positionen, nur ich kann irgendwie nicht schlafen. Also massiere ich der Trainerin die Füße, sie findet es genial und ich hab keine Lan- geweile. Am ZOB in Bremen angekommen leert sich der Bus ziem- lich schnell und es wird auch immer gern mal etwas vergessen. Diese Kinder … ! Weiter geht`s, ab zum Betriebshof des Busunter- nehmers, Klamotten, Kissen, Tasche und natürlich die Sackkarre im eigenen PKW verstauen, kurz verabschieden und ab nach Hause. Dort angekommen, setzte ich mich in mein Wohnzimmer und trinke noch ein gepflegtes Gläschen. Eigentlich egal was, einfach nur die Eindrücke verarbeiten und runterkommen. Dies ist nur eine kleine Beschreibung, ich könnte noch einiges an Anekdoten erzählen, aber das würde sicherlich zu weit führen ... D e r S p o r t p h y s i o t h e r a p e u t H e i n e r W o l k e n Heiner Wolken geb. 24.03.1963 in Bremen, DOSB Sportphysiotherapeut, seit 1999 Betreuer der GGC-Kaderformationen, seit 2011 Sportphysiotherapeut des Bundesstützpunktes der Rhythmischen Sportgymnastik Bremen, seit 2012 Betreuer der DTV-Kaderathleten bei internationalen Meisterschaften

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