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DANCE STARS Magazin | 01.2012

44 | DanceSta rs | Das Tanzmagazin aus Bremen durch die Zimmer um zu sehen, ob irgendjemand meiner Hilfe be- darf. Wenn jetzt keiner etwas sagt, geh’ ich noch einen Kaffee trinken. Aber irgendwas kommt immer, hier eine Kopfschmerztablette, da etwas gegen Halsschmerzen usw. Gegen Mittag geht es zur Tur- nierhalle, das gleiche Procedere wie immer. Nach und nach schnappt sich jeder seine Sachen und bezieht die Kabine. Ich suche meistens den Duschraum auf, denn da hab ich am meisten Platz zum Arbeiten. Kaum hab ich die Bank aufgebaut, kommt auch schon der oder die erste. „Heiner? Kannst du Dir mal mein Knie an- schauen? Ich hab da an der Innenseite einen Schmerz“ Ich sehe auf das Knie und sage:“ Das kenn’ ich! Hab ich auch schon mal ge- habt.“ Dann wende ich mich ab. Das verdutzte Gesicht des Tänzers ist immer wieder schön. Ich behandele sein Knie natürlich sofort, klar oder? So, Knie wieder heile, weiter geht`s. Jetzt erst mal kurz orientieren, wo ist der Arzt/Sanitäter. Kann ja mal wichtig sein. Wo bekommt man einen Kaffee usw. Die Tänzer orten schon mal die Fläche und ich laufe so durch die Gegend. Hier ein Hallo, dort ein kurzer Plausch unter Kollegen (wenn einer da ist). Jetzt beginnen die Damen der Mannschaft mit dem Schminken. Einige haben schon vorgearbeitet und sind schon beim Feintuning, andere haben die Ruhe weg. Irgendwie schaffen es alle, rechtzeitig fertig zu wer- den. Eines der altgedienten Teammitglieder kommt zu mir, um sich nochmal locker machen zu lassen, er hat zwar keine Schmerzen, aber so ein festes Gefühl. Er legt sich hin und ich führe eine kleine Lockerungsmassage durch. Danach fühlt er sich wohl und ich schau’ mal, ob der Kaffee vom GGC-Cateringteam schon fertig ist. Jo, fertig. Also eine Kleinigkeit essen und einen Kaffee. Die Cate- ring-Dame fragt mich zwischendurch, ob ich denn wieder so ein Mettwurstbrötchen haben möchte. Gerne nehme ich das Angebot an. Sie bereitet es vor und legt es zum späteren Verzehr bereit. Jetzt aber schnell, die Mannschaft hat bereits mit dem Warm-Up be- gonnen. Die GGC–eigene Salsa-Aufwärm-Choreographie hat sich bewährt und wird konzentriert durgeführt. Ich sehe mir die Ge- sichter und die Bewegungen an und mustere jeden. Es könnte ja sein, dass irgendeiner ein Problemchen hat, von dem er/sie nichts gesagt hat. Jetzt kann ich noch etwas machen. Warm machen vor- bei, alle ziehen ihre Tanzschuhe an, einige führen kleine Rituale durch und ich gehe mit etwas Tigerbalm und japanischen Heil- pflanzenöl zum Team. Dies dient dem besseren Atmen auf der Flä- che und wird von fast jedem gerne angenommen. Bei der nun folgenden Stellprobe habe ich eigentlich nur die Auf- gabe, auf Notfälle zu reagieren, ich werde auch gerne mal als Kla- mottenständer oder Bodyguard für Wasserflaschen missbraucht. Was tut man nicht alles. Wenn die Probe gelaufen ist, gehen die Tän- zer mehr oder weniger erschöpft zurück in die Kabine oder an die frische Luft. Hier muss ich ständig darauf achten, dass sie sich etwas überziehen und etwas trinken. Jetzt hat das Team die Gele- genheit, auch etwas zu essen, ich auch. Immer wieder kommt je- mand zu mir, um sich eine Behandlung zu holen. Meistens sind es nur kleinere Probleme, die ich gut behandeln kann. Es folgt ir- gendwann eine Stellprobenanalyse, hier versuche ich immer teil- zunehmen, denn auch hier kann ich in den Gesichtern viel sehen, außerdem ist es für mich wichtig, ein Teil des Teams zu sein. In der Halle hat der Einlass der Zuschauer begonnen, gleich be- ginnt die Vorrunde. Das Team bereitet sich weiter vor. Jetzt wird’s wieder Zeit, die erste Mannschaft ist auf der Fläche. Also, warm machen, ich verteile wie- der etwas für die bessere Atemluft. Noch mal sehen, ob alles gut ist und dann suche ich mir einen Platz irgendwo auf der Tribüne. Jetzt beginnt die wohl schlimmste Zeit für mich. Mein Herz rast, der D e r S p o r t p h y s i o t h e r a p e u t H e i n e r W o l k e n

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