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DANCE STARS Magazin | 01.2012

18 | DanceSta rs | Das Tanzmagazin aus Bremen Fa s h i o n & D a n c e - e i n e a u f r e g e n d e S y m b i o s e oft als die elitärste und unzugänglichste Kunstform wahrgenommen, von einem Schuss Popkultur profitieren und ein anderes, moderne- res Publikum gewinnen. Für beide Metiers ist es also die vieler- strebte „Win-Win-Situation“. Ein herausragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von Mode und Ballett waren Gianni Versaces Kostüme für William Forsythe. „Ich liebe es, was das Tutu für den Körper macht“, sagt Forsythe, „es verlängert die Beine und akzentuiert die Hüften. Man hätte es nicht besser erfinden können“. Versace interpretierte das Tutu sehr modern, indem er den Körper der Jahrhunderttänzerin Sylvie Guil- lem in ihrer überwältigenden Athletik derart freilegt, dass man jeden Muskel, jede Sehne in Forsythes virtuos-komplizierter Cho- reografie wie eine Maschine arbeiten sehen konnte, verhüllt nur von einem knallgelben kurzen Faltenrock mit Medusenmuster- eine freche Selbstzitierung des Designers, der den Zeitgeist der 80er Jahre perfekt einfing. Ebenso gelungen die Zusammenarbeit von Jean-Paul Gaultier mit dem Ballet Prejlocaj für „Schneewittchen“. Gaultier, ein Designer dessen Kleider scheinbar immer mehr erzählen wollen über ihre Trägerin, als auf dem Laufsteg möglich wäre, schafft auf bewun- dernswerte Weise den Spagat zwischen Märchen und Mode, er kleidet Charaktere - gut, böse, Mensch, Tier, unschuldig, verrucht- beinahe plakativ, aber auch sehr stylisch. Die Kostüme geben die- sem Ballett eine ganz besondere Ästhetik, die die geniale Bewe- gungssprache des Choreografen nie überstrahlt oder einengt, aber ebenbürtig ergänzt. Das berüchtigte Crazy Horse Cabaret in Paris ließ seine Tänzerinnen schon seit Jahren in Highheels von Christian Louboutin auftreten, mittlerweile ist der Schuhdesigner so berühmt, dass man ihm, zusammen mit der Regielegende David Lynch, als cineastisches Auge die Inszenierung der neuen Show übertragen hat. Die Schuhe spielen in „Feu“ fast die Hauptrolle und locken ein moderneres, glamuröseres Publikum an. Auf die Zugkraft eines großen Namens setzte auch der Friedrich- stadtpalast für das Revuespektakel „Yma“. Der derzeit erfolgreich- ste deutsche Modeschöpfer Michalsky sollte hier für Glamour und einen weiteren Superlativ im Programmheft sorgen, leider fielen ihm nur müde Lady Gaga Kopien ein. Der Haus und Hofdesigner der Lady Nichola Formicetti, derzeit Chef bei Thierry Mugler, ge- hört jedoch zu einer Riege junger Designer wie Giles Deacon, Ga- reth Pugh, und Ricardo Tisci, deren Entwürfe schon heute so theatralisch sind, in ihrer Ausdruckskraft und Erzählwut beinahe den Catwalk sprengend, dass sie früher oder später einfach auf der Bühne landen müssen. „Romeo und Julia“ zum Beispiel in dem bizar-gruftigen Stil von Gareth Pugh - das wäre ganz großes Thea- ter! Der größte Catwalk in Berlin - der Friedrichstadtpalast gibt Mode-Designer eine glänzende Atmosphäre. Highheel-Experte vom Crazy Horse in Paris Christian Louboutin weiß, wie man einen richtigen „Highheel-Tanzschuh“ anfertigt.

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