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DANCE STARS Magazin | 01.2012

& | 15DanceStars | Das Tanzmagazin aus Bremen Fa s h i o n & D a n c e - e i n e a u f r e g e n d e S y m b i o s e ie Zusammenarbeit von großen Couturiers und Thea- terproduktionen hat eine lange Tradition. Schon in den 20er Jahren verpflichtete der große Impresario Diag- hilev für seine damals hochmodernen und avantgar- distischen Ballets Russe Coco Chanel und einen jungen aufstrebenden Designer namens Yves Saint Laurent als Ko- stümbildner. Für die Uraufführung von Balanchines Apollon Musa- get 1929 stammten die Entwürfe ebenfalls von Madame Chanel. Nicht immer jedoch sind berühmte Designer ideal für die Sprache eines Choreografen, die heute üblichen, ganz schlichten, weißen Trikots passen viel besser zu Balanchines reduziertem klaren Stil. Das musste auch Chanels Nachfolger Karl Lagerfeld lernen: sein Schwanen-Kostüm von Chanel - 100 Stunden Handarbeit und 2500 Federn, im hauseigenen Studio von der englischen Ballerina Elena Glurdjidze vorgeführt - wurde von der Tanzwelt verrissen: der Kör- per der Tänzerin wirkt plump und überladen, die klassischen Li- nien zerstört. Mehr Erfolg hatte da Stella McCartney, die für eine Gala des New York City Ballet entwerfen durfte. McCartney hat bereits Erfah- rung durch die Zusammenarbeit mit dem Sportgiganten Adidas und stellte sich ganz in den Dienst der Tänzer. „Die Kostüme müssen in erster Linie funktionieren“, sagt sie, „ die Tänzer sprin- gen, drehen und heben. Es geht nicht einfach nur um Design.“ D Andere Regeln galten für die Rodarte-Schwestern, die die Kostüme für „Black Swan“ entwarfen. Beim Film sind ein paar Tricks erlaubt. Die Designerinnen wollten absolut keine Träger an den Korsagen ihrer Tutus, das sieht natürlich hübscher aus, auch wenn die Schau- spielerinnen ständig ihre Oberteile verlieren. Für eine richtige Theaterproduktion, da sind sich die Schwestern schon einig, wären solche modischen Eitelkeiten unvorstellbar. Trotzdem waren die Ballettkostüme das Highlight ihrer ganzen Karriere. Das Tutu, so wissen sie heute, ist eine handwerkliche Herausforderung ohne- gleichen, 13 Lagen Tüll zum Stehen zu bringen, eine beinahe ver- lorene Schneiderkunst. Tatsächlich, und das ist sicher für Modedesigner besonders ver- lockend, ist am Theater jedes Kostüm eine Maßanfertigung, also Haute Couture. Ohne den dazugehörigen Zirkus der großen Mo- denschauen. Es gehört ganz einfach zum Ehrenkodex einer Ko- stümabteilung, hohe Schneiderkunst ist hier eine Mindest- voraussetzung. Der Tanz &die Mode Der junge Modedesigner Yves Saint Laurent bei der Arbeit als Kostümbildner. Die Tänzer Alexandra Danilova und Serge Lifar 1928 in der von Coco Chanel entwurfenen Modellen. TEXT SUSANNE FROST

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