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DANCE STARS Magazin | 02.2011

| 41DanceStars | Das Tanzmagazin aus Bremen it dem Wettkampfkalen- der fing alles an: Die Vereinigung verschie- dener konkurrierender Verbände hatte Ende der sechziger Jahre zu einem starken Anstieg des Sportverkehrs im Deutschen Tanzsportverband geführt. Die Sportwarte der Clubs waren nicht mehr in der Lage, Paare aus anderen Clubs zu Tur- nieren einzuladen, wie es bis dahin Brauch war. Aus diesen und noch einigen anderen Gründen beschloss der Verband, offene Turniere einzuführen. Damit diese auch bekannt werden, wurde 1969 der Tanzspiegel als Verbandsor- gan gegründet. „Was haben Sie denn da wieder zu- sammengerechnet?“ Martin Borg- mann hat jeden Monat seinen Spaß mit meinen Excel-Tabellen, die zwar völlig richtig rechnen, aber trotzdem völlig falsche Werte wie- dergeben. Borgmann und seine Frau Andrea Kress sind die „Me- diendienstleister“, die seit vielen Jahren für die Gestaltung des Tanz- spiegels zuständig sind. Jeden Monat erhalten sie per USB-Stick einen Schwung Material – Texte und Bilder – sowie eben jene Excel-Tabelle, in der die Inhalte – vom „Editorial“ auf der ersten bis zur „Endrunde“ auf der letzten Seite – und die dafür geplanten Sei- tenumfänge aufgelistet sind. Am Fuße der Tabelle steht „49,7“. Aber eigentlich sollen nur 48 Seiten ge- macht werden (Ausnahme: die Ok- tober-Ausgabe mit der GOC- Berichterstattung umfasst 64 Sei- ten). Meistens gelingt es dem Duo Borgmann/Kress, das Material so geschickt zu arrangieren, dass die Rechnung am Ende doch aufgeht. Auch im Tanzsport gilt die alte Journalistenweisheit, dass immer nur so viel in der Welt passiert wie in die Zeitung passt. Wenn gar nichts hilft, dann muss notfalls auch einmal ein Be- richt „geschoben“, d.h. für die nächste Ausgabe aufgehoben werden. Rund 14.000 Exemplare des Tanzspiegels werden jeden Monat gedruckt. Davon wer- den 1450 im freien Abonnement bezogen, rund 200 Exemplare gehen als „Damen- tanzspiegel“ zum verbilligten Bezugspreis auf die Reise und der große Rest wird an Turnierpaare und Lizenzinhaber (Turnier- leiter, Wertungsrichter) verschickt. Die Fe- bruarausgabe, die Ende Januar erscheint, hat die niedrigste Auflage. Alle, die für das neue Jahr keine neue Marke beantragt haben, sind jetzt nicht mehr im Verteiler. Im Lauf des Jahres steigt die Auflage kontinu- ierlich an und erreicht mit der Januaraus- gabe (die Ende Dezember erscheint) ihren Höchststand. Die klare Zielgruppe und das Wissen, dass die produzierte Auflage immer über den Pflichtbezug an Mann und Frau kommt, erleichtert die Arbeit der Re- daktion ganz erheblich. Der thematische Rahmen ist klar abgesteckt. Ein Drittel des zur Verfügung stehenden Platzes entzieht sich der redaktionellen Einflussnahme völlig. Allein der Wettkampfkalender nimmt im Jah- resdurchschnitt rund 21 Prozent der Seiten ein. Knapp 12 Prozent wer- den durch Anzeigen belegt, acht Prozent entfallen auf offizielle Ver- lautbarungen einschließlich Im- pressum sowie die Auflistung der Termine für Breitensportwettbe- werbe. Rund sechzig Prozent des Platzes stehen der Redaktion für Berichte über Veranstaltungen und Sonderthemen zur Verfügung. Als ich vor fast zwanzig Jahren die Chefredaktion übernommen habe, war das Platzverhältnis genau um- gekehrt: Fast 60 Prozent für Pflicht- veröffentlichungen, etwas über 40 Prozent für Berichterstattung. Der deutlich kleiner gewordene Anteil an bezahlten Anzeigen ist aus Sicht des Verlages sicher problematisch, aber die Redaktion kann den zu- sätzlichen Platz gut gebrauchten. Die Zahl der Meisterschaften ist in den vergangenen zwanzig Jahren geradezu sprunghaft angestiegen. Gab es früher Schüler, Junioren, Hauptgruppe und Senioren, so sind es heute Kinder, Junioren I und II, Jugend, Hauptgruppe, Haupt- gruppe II, Senioren I, II, III, IV … Und alle (bis auf Senioren III und IV) tanzen Standard und Latein. Für Kinder gibt es nur Landes-, keine Deutschen Meisterschaften. Für Ju- nioren I und Hauptgruppe II sowie Senioren III und IV gibt es auch keine Deut- schen Meisterschaften, sondern Deutsch- landpokale – aber auch über diese muss im Tanzspiegel berichtet werden. Die Inflation der Meisterschaften ist nicht zuletzt dem in- ternationalen Dachverband World Dance- sport Federation geschuldet, der ständig Meisterschaften en gros Berichte en detail D e r T a n z s p i e g e l | D a s o f f i z i e l l e Ve r b a n d s o r g a n D e r „ T a n z s p i e g e l ” i s t d a s o f f i z i e l l e T a n z v e r b a n d s o r g a n M Der Tanzspiegel-Titel vom Februar 2010 mit dem A-Team des Grün-Gold-Clubs Bremen. Quelle:TanzweltVerlag TEXT ULRIKE SANDER-REIS