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DANCE STARS Magazin | 01.2011

22 | DanceSta rs | Das Tanzmagazin aus Bremen TEXT CHRISTOPHER VOIGT FOTOS LARSHENDRIKVOGEL.COM n New Yorks Hell‘s Kitchen, dem turbulenten Hexenkessel gleich um die Ecke vom Broadway, in der 319 West Ecke 47th Street, stehen die Damen andächtig vor einem Schuhgeschäft und seufzen voll Be- wunderung. Nicht den letzen Schrei aus der Modewelt gibt es hier, nicht Louboutin, Jimmy Choo oder Manolos - LaDuca Tanz- schuhe. Phil LaDuca, Ex-Broadwaytänzer und Cho- reograf, hat sie entwickelt, die sogenannten „Revolutionary Danceshoes“ und sie zu einem Objekt der Begierde gemacht, für Tänzer, Darsteller, Filmstars und ganz nor- male New Yorker. Erst 1997 eröffnet, ist die Liste der Showgrößen bereits lang und be- eindruckend, die mit ihren Autogrammkar- ten den Laden schmücken, sich mit rührenden Worten für die Schuh-Revolution bedanken und schwören, nie mehr etwas anderes zu tragen. Liza Minelli, Matthew Broderick, Ann Rein- king. Meryl Streep trug sie in Mamma Mia, Beyoncé tanzte in ihnen zu „Single Ladys“, Gwen Stefani geht mit ihnen auf Tour, die Radio City Rockettes perfektionieren mit La- Duca Schuhen ihre Kickline. Unzählige Broadway-Shows und Hollywoodfilme wur- den von LaDuca ausgestattet; darunter „Chi- cago“, „The Producers“, „Burlesque“, „Nine“, „A Chorus Line“, „Wicked“...alles was Rang und Namen hat in der Welt des Showbiz besteht auf LaDuca. Was ist das Geheimnis? Phil LaDuca be- schreibt es so: über unzählige Jahre Ausbil- dung trainieren Tänzer ihre Füße, strecken sie, dehnen sie, kein Körperteil wird mehr belastet; egal ob Ballett oder Steptanz, die gesamte Technik und letztendlich Qualität basiert auf Fußarbeit. Als er selbst als jun- ger Tänzer nach New York kam „mit 2 Kof- fern und 800 Dollar in der Tasche“ und seine erste Rolle ergatterte (als Zweitbeset- zung für Gene Kelly in „Singing in the Rain“) wurde er zum sogenannten Fitting, zur Schuhanprobe geschickt. Und findet heraus, als Frischling von der Ballettschule mit den dort üblichen Ballettschläppchen: in diesen Charakterschuhen kann man die Füße nicht strecken!! Völlig steif und unflexibel ist die Sohle. Der sprichwörtliche Klotz am Bein. Die Linie des Tänzers praktisch rui- niert! Muss das so sein, fragt sich Phil La- Duca, während seiner Karriere als Tänzer, später auch Choreograf. Alles hat sich wei- terentwickelt, die Kostüme, die Materialien, Basketballschuhe haben jetzt eingebaute Luftkissen zum Springen, nur Tanzschuhe sind immer noch so steif und hinderlich wie zu Zeiten Fred Astairs. Und nach 20-jähri- ger Karriere -und der zweiten Operation- beschließt er, etwas dagegen zu tun. Schuhmacher-Handwerk hat er nie gelernt. Und ist trotzdem auf seine Art vom Fach, denn er entwirft als Tänzer für Tänzer und weiß aus eigener Erfahrung ganz genau, worauf es ankommt. Er beginnt mit dem klassischen Charakterschuh, T-Spange, 6cm Absatz, die bewährte Stabilität und Unter- stützung wird beibehalten, aber der Schuh bekommt eine flexible Sohle. So einfach - so revolutionär. Heute gibt es unzählige Modelle, Highheels, Cancanstiefel, Stepschuhe, Pla- teauschuhe, klassische Jazzschuhe. Billig sind sie alle nicht. Ein Paar LaDucas kostet ab 200 $ aufwärts. Dafür nimmt man sich Zeit in der Boutique, jeder Schuh wird indi- viduell angepasst, auf persönliche Vorlie- ben hin bearbeitet, je nach Anlass und Bodenbeschaffenheit besohlt, aus unzähli- gen verschiedenen Materialien darf ge- wählt werden. Im Cast von „Chicago“ zum Beispiel haben alle Her- ren den gleichen Schuh, einen simplen Schnürschuh - doch hier ist eine Kappe aus Lackleder, dort gibt es eine besondere Nahtführung, viele gönnen sich den Luxus eines nachgiebigen Gummi-Einsatzes am Hacken: für weichere Sprünge. Jeder Schuh ein individuelles Meisterwerk. Und selbst- verständlich von den Herren wie Heiligtü- mer verehrt. Ein besonderes Merkmal von LaDuca Schuhen sind mittlerweile asym- metrisch geführte Riemchen bei den Da- menschuhen, ein eindeutiges Zeichen von individuell gefertigten Tanzschuhen, ein wissender Blick unter Insidern. Phil LaDuca ist heute unumgänglich mit dem Broadway verbunden. Steht eine neue Show in der Produktion, arbeitet er direkt mit den Kostümbildnern zusammen. Der Designer äußert dabei seine Wünsche fürs Äußere. LaDuca kümmert sich um das In- nenleben. Er weiß, dass Sänger gerne sta- biles Schuhwek haben, Tänzer wünschen sich Flexibilität und Funktionalität, für eine Nicole Kidman auf der Leinwand darf es gern ein Schuss Glamour sein. Und bei La- Duca kommen all diese Qualitäten zusam- men. „Schuhe sollen Spaß machen“, sagt er. Doch das größte Kompliment ist es für ihn, wenn Tänzer sagen, dass man in La- Duca gar nicht merkt, dass man überhaupt Schuhe trägt. Mittlerweile ist es Stadtgespräch, gerade hat LaDuca eine zweite Boutique eröffnet und verkauft dort eine Couture - und eine Brautkollektion. Auch ganz normale Frauen können von der Schuh-Revolution profi- tieren. Gerade am sogenannten schön- sten Tag des Lebens wäre es doch wunderbar, seine Schuhe nicht zu spüren. Und für alles weitere, lacht er, solle man doch bitte die Schuhe fragen. Sie sind hier die Stars. www.laducashoes.com I D e r S t a r - S c h u h v o n L a D u c a , N e w Yo r k C i t y D Ob Broadway-Tänzer oder die Stars dieser Welt - alle schwören auf “LaDuca”-Schuhe TEXT SUSANNE FROST